Metadatenstandards/ -konventionen


Metadatenstandard ISO-19115

ISO 19115 „Geographic Information - Metadata“ ist eine internationale Norm zur Standardisierung von Metadaten für Geoinformationen und beinhaltet folgende Hauptaspekte:

1. ein umfassendes Schema zur Beschreibung von Geoinformationen und zugehörigen Diensten
2. Informationen über: - Inhalt der Geodaten - Räumlich-zeitliche Bezüge - Datenqualität - Zugangsmöglichkeiten zu den Daten - Nutzungsrechte
3. über 400 verschiedene Metadatenelemente, wobei der obligatorische Kerndatensatz ca. 20 Elemente umfasst.
4. Grundlagen für den Aufbau von Geodateninfrastrukturen (GDI)
5. Möglichkeiten zur Erstellung von Teilmengen (Profilen) für spezielle Anforderungen von Nutzergruppen unter Beachtung der ISO-Konformität.
6. Strukturen zur Verknüpfung von Datenbeständen, z.B. bei der Zusammenführung von Landesdatenbeständen zu einem Bundesdatenbestand.

Die ISO 19115 ermöglicht es, Geodaten mit Hilfe von Metadaten so zu beschreiben, dass ihre Eignung für bestimmte Anwendungszwecke beurteilt und daraus sinnvolle Darstellungs- und Verarbeitungsmethoden abgeleitet werden können. Sie ist eine wichtige Grundlage für die Standardisierung und Interoperabilität von Geoinformationen.


Metadatenkonventionen

Der InGrid Editor bietet eine benutzerfreundliche Oberfläche zur Eingabe und Pflege von Metadaten. Ein wichtiges Feature sind die Checkboxen, die verschiedene Metadatenkonventionen abdecken. Durch Anklicken dieser Checkboxen werden zusätzliche Eingabefelder für Metadaten sichtbar. Die mit den zusätzlichen Eingabefeldern umgesetzten Konventionen werden im Folgenden kurz beschrieben:

Offene Verwaltungsdaten (Open Data)

Die Open Data und PSI-Richtlinie fördert die Nutzung offener Daten, die in offenen Formaten vorliegen und von jedermann für jeden Zweck frei verwendet und weitergegeben werden können. Die EU-Richtlinie wurde mit dem Datennutzungsgesetz in für öffentliche Stellen unmittelbar geltendes nationales Recht umgesetzt. Öffentliche Stellen und öffentliche Unternehmen sollen ihre nicht zugangsbeschränkten Dokumente in maschinenlesbaren, zugänglichen und weiterverwendbaren Formaten sowie einer offenen Lizenz zur Verfügung stellen.

Hochwertige Datensätze (HVD)

Die auf Grundlage der Open-Data- und PSI-Richtlinie erlassene „Durchführungsverordnung (EU) 2023/138 zur Festlegung bestimmter hochwertiger Datensätze und der Modalitäten ihrer Veröffentlichung und Weiterverwendung“ (DVO-HVD) definiert hochwertige Datensätze als „Dokumente einer öffentlichen Stelle, deren Weiterverwendung mit wichtigen Vorteilen für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft verbunden ist“ und die von den öffentlichen Stellen als Open Data bereitgestellt werden müssen. Die DVO-HVD regelt die Veröffentlichung bestimmter hochwertiger Datensätze von öffentlichen Stellen in maschinenlesbarem Format und über Anwendungsprogrammierschnittstellen (APIs).

Hinweis: Die Durchführungsverordnung-HVD ist seit dem 9. Juni 2024 in Kraft. Die DVO-HVD betrifft sowohl die Landes- als auch die Kommunalverwaltung.

INSPIRE-konforme Geodaten

Ziel der INSPIRE-Richtlinie ist die Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Europäischen Union. Die auf der Grundlage des Geodateninfrastrukturgesetzes für das Land Sachsen-Anhalt betriebene Geodateninfrastruktur ist Bestandteil der nationalen und der europäischen Geodateninfrastruktur. Diese Infrastruktur erleichtert den Austausch von raumbezogenen Informationen zwischen Organisationen des öffentlichen Sektors und ermöglicht der Öffentlichkeit den Zugang zu Geodaten in ganz Europa. Daten, die für die Geodateninfrastruktur in der Europäischen Union bereitgestellt werden, müssen zuvor gemäß den Spezifikationen aufbereitet werden. In den Metadaten werden diese Datensätze als INSPIRE-konform gekennzeichnet und entsprechend verschlagwortet.

InVeKoS Geodaten

Das Integrierte Verwaltungs- und Kontrollsystem (InVeKoS) ist ein EU-weites System zur Umsetzung und Verwaltung der einheitlichen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Um die Auffindbarkeit dieser Daten zu verbessern, müssen sie in den INSPIRE-Metadaten als solche gekennzeichnet und entsprechend verschlagwortet werden.

AdV-konforme Geodaten

Die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) ist ein Zusammenschluss der Vermessungsverwaltungen der Bundesländer. Ihre Aufgabe ist es, raumbezogene Basisdaten (auch Geobasisdaten genannt) für Verwaltung, Wirtschaft und private Nutzer bereitzustellen. AdV-konforme Geodaten sind an das Datenschema der AdV angepasst und werden bundesweit in das Metadateninformationssystem der AdV zusammengeführt. Die Metadaten werden bei der Erfassung entsprechend als AdV-konform gekennzeichnet und verschlagwortet.